31. Oktober bis 15. November 2026 · Theatersaal Comander Chur

EINE INSZENIERUNG VON ANDREA ZOGG

MIT CHRISTIAN SPRECHER, MARTIN SCHULTHESS, LEONIE BANDLI, PASCAL STREIFF, GIULIA VARRONE, PATRIK GEESER, ELIANE BARTH-POLTERA, LUCRETIA SIGRON UND MARCUS SCHUMANN

AUFFÜHRUNGSDATEN

  • Samstag, 31. Oktober 2026
  • Mittwoch, 4. November 2026
  • Donnerstag, 5. November 2026
  • Samstag, 7. November 2026
  • Sonntag, 8. November 2026
  • Donnerstag, 12. November 2026
  • Samstag, 14. November 2026
  • Sonntag, 15. November 2026

«Schöne Bescherungen» von Alan Ayckbourn ist eine humorvolle, schwarze Komödie während der Weihnachtsfeiertage. Hinter der festlichen Fassade entfaltet sich ein feines Spiel, das menschliche Schwächen, unausgesprochene Konflikte und die Absurdität sozialer Konventionen offenlegt.

Eine Familie versammelt sich, um gemeinsam Weihnachten zu feiern. Was zunächst nach einer harmonischen Zusammenkunft klingt, entwickelt sich schnell zu einer Aneinanderreihung peinlicher, komischer und zunehmend chaotischer Situationen. Der Autor nutzt dabei das vertraute Setting des Weihnachtsfests, um die Spannungen sichtbar zu machen.

Im Zentrum stehen verschiedene Charaktere, die unterschiedlicher kaum sein könnten: Belinda die leicht nervöse Gastgeberin, ihr emotional distanzierter Ehemann Florian, der neurotische Schriftsteller Claude, Monika eine frustrierte Ehefrau, der exzentrische Waffennarr Onkel Ruedi und weitere Familienmitglieder. Jeder bringt seine eigenen Probleme und Sehnsüchte mit, die im Laufe des Stücks unweigerlich aufeinanderprallen. Ayckbourn zeigt, mit scheinbar banalen Dialogen, tieferliegende Konflikte.

Der Humor im Stück entsteht aus Missverständnissen und dem Verhalten der Figuren. Er ist selten oberflächlich. Vielmehr hat er eine scharfe, manchmal eine melancholische Note. Das Lachen bleibt im Hals stecken, wenn deutlich wird, wie einsam, unerfüllt oder orientierungslos einige der Figuren sind.

Die Struktur des Stücks ist typisch für Ayckbourn: Mehrere parallele Handlungsstränge, die sich miteinander verweben und schliesslich in einem turbulenten Höhepunkt kulminieren. Türen öffnen und schliessen sich, Gespräche überschneiden sich, und die Bühne wird zum Schauplatz eines perfekt choreografierten Chaos. Dabei zeigt sich Ayckbourns grosses Talent für Timing und Situationskomik.

Weihnachten, das Fest der Liebe und Harmonie, wird hier zur Bühne für Frustration, Untreue und emotionale Distanz. Es zeigt die Diskrepanz zwischen äusseren Erwartungen und innerer Realität. Die Figuren versuchen, den Schein zu wahren, doch nach und nach bröckelt die Fassade. Gerade diese Gegenüberstellung macht das Stück so zeitlos.

Trotz aller Komik ist «Schöne Bescherungen» auch eine kritische Auseinandersetzung mit zwischenmenschlichen Beziehungen. Kommunikation scheitert, Gefühle werden unterdrückt oder falsch ausgedrückt und am Ende bleibt oft mehr Unsicherheit als Klarheit.

Dennoch ist das Stück nicht pessimistisch. Inmitten des Chaos blitzen immer wieder Momente von Ehrlichkeit und Menschlichkeit auf. Diese kleinen Augenblicke geben dem Werk eine gewisse Wärme und verhindern, dass es in Bitterkeit abgleitet.

Freuen sie sich auf ein vielschichtiges Theaterstück, das auf unterhaltsame Weise tiefgründige Themen behandelt. Gerade durch die Mischung aus E(rnst) und U(nterhaltung) bleibt das Stück nachhaltig im Gedächtnis.

Der Autor

Der britische Dramatiker Alan Ayckbourn zählt zu den bedeutendsten zeitgenössischen Theaterautoren. Geboren am 12. April 1939 in London, kam er schon früh mit der Theaterwelt in Berührung, da seine Mutter Schriftstellerin war. Seine Karriere begann er zunächst als Schauspieler und Regieassistent, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete.

Bekannt ist Ayckbourn für seine präzise beobachteten Komödien, in denen er menschliche Beziehungen, Alltagsprobleme und gesellschaftliche Normen mit viel Humor, aber auch feiner Ironie darstellt. Seine Stücke spielen oft in scheinbar gewöhnlichen Situationen, in denen sich nach und nach tiefere Konflikte offenbaren.

Ein Markenzeichen seiner Werke ist die raffinierte Dramaturgie. Häufig nutzt er parallele Handlungsstränge, ungewöhnliche Perspektiven oder experimentelle Erzählformen. Trotz der komischen Oberfläche enthalten seine Stücke oft ernste und nachdenkliche Elemente.

Ayckbourn schrieb über 80 Theaterstücke und war viele Jahre künstlerischer Leiter des Stephen Joseph Theatre in Scarborough. Für seine Verdienste wurde er mehrfach ausgezeichnet, unter anderem 1987: Ernennung zum CBE – Commander of the Order of the British Empire und gilt bis heute als einflussreiche Stimme des modernen Theaters.

Der Regisseur

Der Schweizer Regisseur und Schauspieler Andrea Zogg ist in den Bereichen Schauspiel, Regie und in der Filmszene präsent. Geboren 1957 in Tamins, machte sich zunächst als Schauspieler einen Namen und stand auf zahlreichen renommierten Bühnen in der Schweiz, Deutschland und Österreich.

Neben seiner Theaterarbeit ist Zogg auch im Film und Fernsehen präsent. In über vierzig Kinofilmen und über fünfzig Fernsehfilmen zu sehen. Unter andern mit Wolfgang Becker, Detlef Buck, Xavier Koller, Michael Steiner und Sabina Boss.

Im Laufe seiner Karriere wandte sich Zogg zunehmend der Regie zu. Seine Inszenierungen zeichnen sich durch eine klare Bildsprache, psychologische Genauigkeit und ein starkes Gespür für Figurenkonstellationen aus. Besonders interessiert ihn das Zusammenspiel von Sprache, Spiel, Raum und Klang.

Für das Theater inszenierte er unter anderem:

  • «Die Panne», Friedrich Dürrenmatt, Klibühni Das Theater Chur.
  • «Schiffbruch», Slavomir  Mroczek, Freilichtspiele Chur.
  • «Mass für Mass», William Shakespeare und «Offene Zweierbeziehung», Dario Fo, Klibühni Das Theater.
  • «Der Menschenfeind», Moliere/Enzensberger Freilichtspiele Chur.  
  • «Willkommen», Hübner/Nemitz, Theater Am Hechtplatz Zürich.
  • «Das Original», Stephen Sacks

Für die Oper inszenierte er:

  • «Guillaume Tell», Giacomo Rossini, Opera Viva.
  • «Der Wildschütz», Albert Lortzing und «Carmen», Georges Bizet, Gartenoper Langenthal.
  • «Il Trovatore», Giuseppe Verdi, Schlossoper Haldenstein.

Frühere Aufführungen

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